Montag, 22. Oktober 2012

Karin Kiwus - Fragile


Wenn ich jetzt sage
Ich liebe dich
übergebe ich nur
vorsichtig das Geschenk
zu einem Fest das wir beide
noch nie gefeiert haben

Und wenn du gleich
wieder allein
deinen Geburtstag
vor Augen hast
und dieses Päckchen
ungeduldig an dich reißt
dann nimmst du schon
die scheppernden Scherben darin
gar nicht mehr wahr

Dienstag, 9. Oktober 2012

Oktober


nicht in meinen Armen kann ich dich halten
nicht in deine Augen kann ich sehn
nicht unter deiner Decke walten
Gott, wie ist das unbequem

nicht auf meiner Schulter kannst du ruhn
nicht mein traur'ges Lächeln sehn
nichts gegen meine Ängste tun
Gott, wie ist das unbequem

hey, du bist nicht hier.
und trotzdem bin ich glücklich,
weil ich weiß du existierst

nicht den Alltag zweisam teilen
nicht die Kleinigkeiten sehn
keine Möglichkeit zu streiten
Gott, wie ist das doch bequem

Gott, wie ist's ein Trauerspiel
verfolgen zwei ein andres Ziel
getrennt durch tausend Meilen
doch könnt ewig hier verweilen

hey, hier bist du nunmehr nicht.
und trotzdem kann ich lächeln
weil ich weiß du denkst an mich
Prinzipiell
Theoretisch
ist jeder Mensch poetisch

Prinzipiell
sogar wahrscheinlich
ist Vielen das nur peinlich

Mittwoch, 26. September 2012

Zwei Herzen aus Zinn


Sanfte Melodien
Töne ohne Worte
Worte ohne Sinn
zwei Herzen aus Zinn

Sanfte Berührung
zeitlose Welt
Welt ohne Sinn
zwei Herzen aus Zinn

Sanfte Versprechung
liebliche Neigung
erst ein Beginn
zwei Herzen aus Zinn

Sanfte Gefühle
klagende Nerven
Nerven aus Zinn
zwei Herzen ohne Sinn?

Sanfte Verzweiflung
liebende Schmerzen
sturr wie ich bin
zwei Herzen aus Zinn

Donnerstag, 6. September 2012


Bekäme ich, jedes Mal wenn ich an dich denke, 10 Cent, so wäre ich jetzt reich. Und du? Du wärest bitterarm. Ein Obdachloser, ohne Heimat, ohne Herz. Natürlich wäre ich reich genug, sodass es für uns beide reichen würde. Gemeinsam könnten wir davon im Überfluss leben.
Aber so funktioniert das mit der Liebe nicht.


Das ewig Unsichtbare


Langeweile, Kerzenschein, in alten Texten stöbern und DAS hier ausgraben...


"Höre niemals auf zu lächeln auch nicht wenn du traurig bist, denn es könnte sein, dass sich jemand in dein Lächeln verliebt."


Ich habe noch nie geliebt. Bin denn ich das Monstrum, welches ich Tag für Tag verfluche? Bin denn ich diejenige, die ... Nein! Nicht in mir habe ich den Fehler zu suchen. Niemals wieder werde ich mich quälen um meinen Rücken gerade zu bekommen. Niemals mehr werde ich lächeln, wenn ich nicht mehr lächeln will. Niemals mehr. Bin denn ich das Monster, dass so leicht dahinschmilzt wie ein Frauenherz beim Sinken der Titanic? Ich wünschte ich wäre mehr wie ich. Ich wünschte ich wäre ich. Und ich wünschte du bliebest du, denn niemand soll diese Leiden ertragen. Niemand soll nicht er selbst sein. Ein Widerspruch in sich wie ich es bin, ist ein Fluch. Ich suche den Segen, der tief in mir zu schlummern scheint, aber die Sicht ist verschwommen. Zappen, immer wieder, hin und her. Welch ein schauriges Spiel. Was kann ich denn noch tun? Zu sehr dürste ich nach alle dem. Zu sehr denke ich darüber nach. Vielleicht ist gerade das ein Fehler. Ein unabstellbarer. Auf Ewig werde ich mich hinreißen lassen. Denn egal ob er jemals geliebt hat. Ich habe es nicht. Denn egal ob er mich nun anguckt oder nicht. Mein Blick wird auf ihm ruhen. Denn ich bin nicht unwissend. Und viel zu sehr dürstet mein Herz nach dieser Sünde. Bin ich denn ein Sündiger? Habe ich in meinem Leben viel verbrochen? Ich war so lieb, mein ganzes Leben lang. Ich habe verlernt wie es ist, die Regeln zu brechen. Doch hier gibt es keine Regeln. Leider. Hier muss man alles selbst bestimmen und machen und denken und reden und fühlen. Fühlen? Wie schön wären Gesetze wenn man so daherirrt wie ich es tue. Wie schön wäre ein Gedanke an mich, oder zwei oder drei. Wie schön wäre es, wenn ich mutiger wäre. Wenn ich einfach so etwas tun könnte. Das wonach ich dürste, es ist nicht schwer, doch für mich scheint es unerreichbar, denn mein Kopf arbeitet dagegen. Da ist irgendetwas eingeklemmt. Im Mechanismus dreht sich ein Zahnrad zu schnell. Alle anderen laufen wunderbar. Ich habe noch nie geliebt. Die Blockade bin nicht ich. Es sind die anderen, die Fehler machen. Die nicht sehen. Ich bin Opfer dieser Menschen. Wie gerne wäre ich Opfer eines einzelnen von ihnen. Ohne, dass mein Kopf sich dagegen wehrt. Ich werde lieben. Sobald mein Herz gegen meinen Kopf arbeitet. Nie.

Sonntag, 25. März 2012

Chamäleon, mein Abbild


Ich bin wie ein Chamäleon
mal bin ich grün, dann blau
doch sag mir wie ich wirklich bin
Ich weiß es nicht genau

Ich bin wie eine Spielfigur
ich passe mich dir an
man führt mich immerzu wohin
doch will ich da auch lang?

Ich bin ein Sitz der Achterbahn
oben unten oben
rechts und links, vor und zurück
mir reicht es, ungelogen

Ich bin wie ein Experiment
wie's ausgeht weiß man nicht
ich gehe davon aus
gefährlich wird es sicherlich

Ich bin wie eine Wundertüte
für jeden was dabei
mein Herz,es schlägt in Sicherheit
doch ist nie vollends frei